Slowenien – Unten

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Bei der kurzen Fahrt von Bled nach Koper wird man von der alpinen Welt der Berge umgehend in die mediterrane Welt venezianischen Baustils katapultiert. Unser Quartier hier war ähm… „zweckmäßig“ ausgestattet und „Glampacking“ wäre schon zu hoch gegriffen. 3 Nächte verbrachten wir hier im „Venedig ohne Massen“. Bei einem kurzen Abendspaziergang erkundeten wir die Altstadt, was letzten Endes auch unser letzter Ausflug in Koper selbst war. Das schönste hier war das 5 Gänge Menü im „Sarajevo ’84“, das köstliche „jugoslawische“ Küche serviert. Nach gefüllten Paprika, Cevapcici und bosnischem Kaffee wartete eine Nacht mit tausend Grad, Gelsen, Sodbrennen, Kindergeschrei aus den Nebenzimmern und einem Horror-WC ein Stockwerk tiefer auf uns. Dafür wars billig… Koper ist zwar wirklich recht hübsch, wird aber von Piran (wo wir die nächsten Tage verbrachten) in jeder Hinsicht in den Schatten gestellt.

In Piran haben wir uns sofort verliebt. Am Fußweg vom Parkhaus tauchte die mit venezianischen Häusern gespickte Landzunge langsam hinter einem Felsen auf, und mit jedem Schritt wurde die Aussicht spektakulärer, bis wir das Herzstück der Stadt erreichten: die Piazza Tartini (bzw. „Tartini Trg“ – hier ist alles zweisprachig slowenisch/italienisch angeschrieben). Der große weiß strahlende ovale Platz ist auf 3 Seiten von prächtigen Gebäuden und auf einer von der Marina der Stadt umgeben. Wir wandelten den ganzen Tag durch die schmalen Gassen der Stadt, hinauf zu den Resten der Stadtmauern (mit super Ausblick), zur Spitze der Landzunge, hinauf auf den Campanile der St. Georgs-Kathedrale (mit super super Ausblick) und an den Strand Fiesa im Norden. Dort schwammen wir und blickten in das glasklare blaue Meer (ein Vorteil eines Steinstrandes!). Wir speisten die besten Calamari Fritti seit Ewigkeiten und kauften zwei hübsche Bilder von Meerestieren, sowie ein blau-weiß gestreiftes Sommerkleid. Kurz: Es war ein perfekter mediterraner City-Tag.

Der letzte Tag am Meer führte uns vormittags zu den Salinenbecken an der slowenisch-kroatischen Grenze. Teils Naturschutzgebiet, teils aktiver Betrieb besticht die Landschaft hier durch ihre gekachelte Monotonie. In der Hitze einige Kilometer geradeaus durch diese flache Herdplatte zu spazieren, machte uns intuitiv klar, warum dieser Ort hier günstig ist um Wasser verdunsten zu lassen. Wichtigster Faktor bei der Salzproduktion ist die „Petola“ – eine schwarze Schicht aus Schlamm und Cyanobakterien, die einerseits das Wasser vom Bodenschmutz abschirmt und das Becken abdichtet, andererseits dem Salz wichtige und geschmackvolle Minerale besteuert. Nachdem auf unserer Stirn auch schon „Fleur de Sal“-Kristalle wuchsen, kurvten wir nach Portorož zum Baden. Eine betonierte Bucht, an der halb Europa den Inbegriff des Familienbadeurlaubes zelebriert. Für einen Tag ist das aber leider geil. Wir mieteten einen Strandschirm mit Liegen in der ersten Reihe. Der Club neben uns spielte Reggae-Remixes allerlei Klassiker, wir aßen Eis und lasen „Der Zauberberg“ bzw. „Herr Kato spielt Familie“. Ein bisschen planschen im Meer und ein paar fischige Leckerbissen, gehörten auch dazu. Ein letzter Sprung vom Holzsteg war dann mein Abschied vom Meer für heuer.

Tja, und dann kam schon der Tag der Heimfahrt. Wir hatten viel Zeit, also besuchten wir noch die Höhlenburg von Predjama. Tief im Karst versteckt fanden wir dieses touristische Kleinod, das sich nahtlos an die umgebenden Felsen klammert. Nein, der Felsen IST eigentlich Teil der Burg. Versteckte Gänge im Gestein führen in ein gewaltiges Höhlensystem, welches den Burgbewohnern bei Belagerungen als Lebensader nach außen diente. Die Führung mit Audioguide war professionell und unterhaltsam gestaltet. Nicht unterhaltsam war danach der Eintrittspreis plus Parkgebühr für das Grottenolm-Vivarium in Postojna, weswegen wir dieses ausließen und schnell weiter fuhren. Das hieß auch: Mehr Zeit für das nur eine Stunde entfernte Ljubljiana! Dieses Städtchen ist bezaubernd. Alles ist super gepflegt und schön hergerichtet. Die mit hunderten Säulen dekorierten Markthallen am Flussufer sind besonders schön. Dort mittagaßen wir Klobasa, Suppe und Käsestrudel. Hier, wie auch in Piran, hat man das Gefühl in einer schönen einzigartigen europäischen Stadt entspannt flanieren zu können, so wie man es in Venedig oder Prag gerne machen würde. Ein „Geheimtipp“ sozusagen. Nach dem kurzen Hineinschnuppern in diese hübsche Stadt, ging es letztlich heim. Zbogom Slovenjia – Wir sehen uns wieder!

Piran:

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Höhlenburg Predjama:

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Ljubljiana:

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Slowenien – Oben

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Wir lassen es ruhig angehen. Wir hatten ohnehin vor in Slowenien einmal „richtigen“ Urlaub zu machen, und reisten vorgestern nach der Arbeit an und übernachteten in Kärnten. Tag 1 stand voll im Zeichen des Triglav Nationalparks: Da wir die Besteigung des mit 2.864 m höchsten „heiligen“ Berges abgeblasen hatten, erkundeten wir das Sočatal mit dem Auto. Die Passstraße nach Trenta ist sehr stressig. Autos, Busse, Biker, Radfahrer, Wanderer, Kühe und Schafe teilen sich die enge, sich in 49 Kehren steil den Berg hinauf schlängelnde Straße. Jeder in seinem eigenen Tempo… Am ersten Viewpoint hat auch noch die Kamera gestreikt, besser gesagt sind wir draufgekommen, dass sie kaputt ist. Schluss, Aus, Finito, Basta – das war ihr letzter Urlaub. Wir glitten somit noch einen Schritt weiter ab ins Klischee des ungeübten Halbschutouristen und machten in diesem Urlaub Fotos mit der Handykamera. Das hob die Stimmung nicht unbedingt. Trotz alledem: Die Julischen Alpen (in denen sich der Triglav NP befindet) sind herrlich. Eine steinerne Welt aus weißen Kalksteingipfeln, die sehnlichst den Himmel küssen wollen. Besonders vom Vršičpass aus wirken diese Giganten rings um einen ziemlich erhebend. Auch, wenn man dieses Gefühl mit gefühlt 2 Millionen Menschen teilt (am 15. August, unweit von Italien…).

Die schönsten Momente waren aber die Wanderungen zur Sočaquelle, die ein paar abenteuerliche Kletterstellen mehr hatte als gedacht, und der Spaziergang zur Sočaklamm. Die Quelle ist um diese Jahreszeit eine kühle Kaverne, in der das Wasser glasklar und blau leuchtend steht. Es sieht aus, als ob jemand unter Wasser blaue LEDs eingeschalten hätte (oder wie wenn ein großer blauer Klostein in der Höhle hängt…), auf jeden Fall nicht wie von dieser Welt. Genauso blau leuchtend war das Wasser dann ein paar Kilometer flussabwärts in der Klamm. Hier wagten wir uns bis an den Rand der 5 bis 20 Meter hohen Klippen heran, um möglichst gute Blicke auf den Gebirgsbach zu erhaschen. Soča ist übrigens der slowenische Name für „Isonzo“. Als frisch gebackene Halbschuhtouristen vertieften wir die Erkenntnis, dass dieser wunderschöne magisch blaue Ort eines der grausamsten und unnötigsten Gemetzel der Menschheitsgeschichte beherbergt hatte, nicht. Bitte auf Wikipedia selber nachschauen. Abends bezogen wir unser vortreffliches Quartier im ehemaligen KuK-Kurort Bled. Ich aß Cevapcici mit extra viel Ajvar und war somit satt und glücklich.

In Bled verbrachten wir den Großteil des nächsten Tages Wir frühstückten die weltberühmte Cremeschnitte am namensgleichen See und ich muss ehrlich sagen: Ein Hochgenuss. Vanillecreme und Schlagobers, je 4 cm hoch geschichtet zwischen knackigem Blätterteig… Das MUSS gut sein! Bled liegt an einem malerischen Bergsee, und eigentlich seiht es aus wie in Kärnten. Die beiden prominentesten Features am Gewässer sind die Marieninsel mit Kirche (ursprünglich einer heidnischen Fruchtbarkeitsgöttin geweiht – lässige Bedeutungsverschiebung) und die auf einem zylinderförmigen 130 m hohen Felsen aufgesetzte Burg. Wir besuchten beide. Erst die Burg zu Fuß. Das Gebäude ist mittelalterlichen Ursprungs, wurde aber im 16. Jahrhundert modernisiert und ist heute ein sehr schön gefplegtes, lebendiges Museum/Restaurant/Aussichtsplattform. Die Fahrt zur Insel gelang mit einer „Pletna“, ein überdachtes Holzboot, von einem Ruderer bewegt. Auf der Insel hielten wir unter permanenten Geläut die Füße ins glasklare türkise Wasser (wo nehmen die hier nur dieses tolle Wasser her?). Es läutete die sagenumwobene „Wunschglocke“ der Kirche, für die wir aber keinen Extra-Eintritt ausgeben wollten… Dadurch, dass viele Touristen hier sind, und Touristen viele Wünsche haben, läutet es eben ständig. Wem kann man es verdenken. Die Erfüllung eines Herzenswunsches für ein paar Euro klingt doch verlockend. Wir flanierten im Anschluss noch die Seepromenade auf und ab, gnotzten unter Zufuhr von Pulled Pork auf der Wiese und beschlossen diesen Ort wieder besuchen zu wollen. Abends fuhren wir weiter in den Süden.

Triglav NP – Soča:

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Bleder See:

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Mahé – Ein kurzer Beitrag zu einem kurzen Besuch

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Um 6:30 hob unser Flieger Richtung Paradies ab, mit Zwischenstopp im Megamoloch Johannesburg. Ortszeit 20:30 landeten wir auf Mahé und wurden rasant – wenn nicht gar halsbrecherisch – in unser Guesthouse geführt. Unser Gepäck entpuppte sich als sperrig und unpraktisch, wir brauchen schnell wieder ein Mietauto… Unsere engagierte AirBnB-Hostesse „Nadia“ führte uns am nächsten Vormittag auf Blitztour durch die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt Victoria. Das geht recht schnell. Da Samstag war, war vor allem der Selwin Selwyn-Clarke Market interessant. Hier flogen Fische und deren Teile über die Theken, die man bei uns höchstens im Haus des Meeres sehen kann. Exotische Früchte, duftintensive Gewürze und der Lärmpgel der mannigfachen Preisverhandlungen ergänzen das Potpourri der Impressionen. Es folgte eine halsbrecherische Busfahrt, die sehr steile enge Mt. Buxton Road hinauf und eine noch halsbrecherische „Taxi“-Fahrt hinab zum Pier. Die Fährfahrt nach Praslin war wild, dauerte eine Stunde und wir waren gerade noch bei jener glücklichen Gruppe an Passagieren, die noch nicht gekotzt haben.

[Geschehnisse auf Praslin und La Digue]

Es war wirklich noch sehr schön hier. Wir genossen die 3 Tage auf La Digue und sind jetzt in einer angenehmen Abreisestimmung. Am liebsten würden wir gleich wieder wo ganz anders hin, aber leider konnten wir nur 3 1/2 spärliche Wochen Urlaub für unsere Reise rausquetschen. Jetzt lungern wir gerade in einem italienischen Kaffeehaus im Zentrum Victorias herum und warten bis es spät genug ist zum Flughafen zu fahren. („Taste of Italy“) Gestern fuhren wir mit dem „Boot des Grauens“ retour auf Mahé und machten eine kurze Inselumrundung mit dem Mietauto. Wir spazierten kurz im „Jardin du Roi“ unter exotischen Gewächsen, sahen wie der Pfeffer wächst und tranken zwei Espressi um 10€. Danach gab es teures Curry am Strand, inklusive der Möglichkeit einen Einsiedlerkrebs zu streicheln. Die tausend Serpentinen der ironischerweise „Sans Souci Road“ bieten am Gipfel des von ihr überwundenen Passes über die Inselmitte einen Ausblick auf „Eden Island“, den Tummelplatz der Reichen und Schönen und noch anders geratenen.

Heute regnet es schon den ganzen Tag. Das Zentrum Victorias hatten wir schnell erkundet, es ist eigentlich recht lieb. Aus dem Hindutempel erklingen seltsame Melodien. Der Markt mit den seltsamen Fischen wurde bereuts erwähnt. Indische und chinesische Geschäfte bieten allerlei nach PAK riechendes Klumpert an. Das Naturkundemuseum hatte schon zu, der kleine Big Ben ziert unaufdringlich die zentrale Kreuzung der Stadt. Der Friedhof Bel Air ist eine kleine Ansammlung verfallener und überwucherter Grabsteine der ersten Siedler. Er erinnert an die jüdischen Friedhöfe bei uns daheim. Im Regen wirkt alles ein bisschen trüb, auch im „Paradies“.

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La Digue

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Die 3 Tage auf La Digue genossen wir sehr. Zuallererst schleppten wir unser Gepäck in unser Appartment. Dann versuchten wir ebendort ein Rad auszuborgen. Da die Hüterin des Hauses allerdings dafür aufstehen hätte müssen, empfahl sie uns das draußen zu tun. Gelebte Gemütlichkeit der Seychellois… Wir warens schon gewohnt, und froh in Hawaii geheiratet zu haben, und nicht hier. Wir ließen die Pedale rotieren und gelangten zum Union Estate, einer Art Nationalmuseum, in dem es große Granitfelsen, einen alten Siedlerfriedhof, Riesenschildkröten, eine Vanilleplantage und den herrlichsten Strand des Indischen Ozeans gibt: den Anse Source d’Argent. Dies war dann auch gleich der letzte Tagespunkt. Wir verbrachten den Tag am Strand. An diesem herrlichen weißen palmenbewährten türkisbebuchteten Strand an dem alles gut, endlich alles gut ist.

Nach dem ersten schönen Tag am Strand machten wir eine ausgedehnte (für eine 5 x 2 km große Insel so ausgedehnt wie möglich…) Radtour. Auf der Ostseite der Insel reiht sich ein zauberhafter Traumstrand an den anderen. Links des Radweges türkises Meer, weißer Strand mit dem einen oder anderen Granitfelsen gespickt, rechts dichter Dschungel, und in der Mitte plötzlich eine Riesenschildkröte! Diese sanften Riesen sind echt zum Verlieben. Uns wurde während der Fahrt sehr heiß, also crashten wir für eine Abkühlung den Pool des Patatlan Hotels und gönnten uns ganz zweisam ein paar Cocktails auf der Terrasse über den mit Felsenspringern bevölkerten Steinen der Nordküste (die eigentlich ein Nordzipfel ist). Mit nun wieder aufgeladenen Akkus durchquerten wir die Insel in der Mitte um zu den Stränden Grand Anse, Petite Anse und Anse Coco zu gelangen. Dabei trafen wir die beiden Tschechen Yvette und Karo wieder, die wir auf Praslin mit dem Auto mitgenommen hatten. Sie hatten gerade eine vierstündige Wanderung um die Südspitze hinter sich – die wollens echt wissen! Obwohl wir ja eigentlich auch gerne wandern, fröhnten wir nach der Insel Praslin eher dem Müßiggang.

So bestand Tag 3 eigentlich nur aus Gnotzen am Anse Source d’Argent. Die Füße im Sand spüren, den Wellen beim Rollen zusehen, den Blättern beim Rascheln zuhören… Das genügt vollkommen. Hin und wieder im seichten Wasser etwas Abkühlen, einen gratis Fruchtsaft vom bis jetzt freundlichsten Seychellois, einem jungen Rasta, schlürfen und den Wolken beim Vorbeiziehen zuschauen. Das füllte unseren Tag aus. Das und unsere Quest: „Die Suche nach dem verlorenen Mann“. Neben uns sah eine Frau recht verheult aufs Meer hinaus. Wir fragten, was ihr fehle, und sie meinte „ihr Mann“. Also machten wir uns auf. Durchquerten den Dschungel, krochen Granitfelsen hoch, und blickten vom Bunker aus das Meer hinaus. Schließlich fanden wir ihn im Wasser, riefen, winkten, schrien. Er hörte nicht, sondern genoss seinen Ausflug und machte sich auf den Weg zu seiner Frau. Ohne von uns Notiz genommen zu haben war er vor uns zurück. Das war ein Abenteuer. Ansonsten verging die Zeit auf Praslin wie Zuckerwatte. Wir kurvten auf unseren Rädern dann und wann mal zum Imbiss, zum Supermarkt und ins Restaurant, ins Souvenirgeschäft, das nur dann und wann offen hat, und am letzten Tag zurück zum Hafen. Go Slow. Sogar Journal Schreiben wurde mir überdrießlich. Also ließ ich die Feder ruhen, schaltete mein Hirn auf Leerlauf, lehnte mich zurück, und atmete tief durch.

Union Estate / Anse Source d’Argent:

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Anse Coco:

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Praslin – Große Schildkröten und große Nüsse

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>Ile St. Pierre<

Von der Fähre weg nahmen wir unser schnuckeliges Mietauto in Empfang, das groß genug war für die schmalen, bis zu 2 Meter hohen Betonbänder, die sich auf Praslin Berg und Küste entlang schlängeln. Diese Bauform hält die lokale Bevölkerung (Mietautos sind an gelber Plakette erkennbar) nicht von waghalsigen Überholmanövern ab. Unser erster Stopp war gleich das UNESCO-Weltnaturerbe „Vallee du Mai“. Hier lebt nicht nur der extrem seltene Seychellen Schwarzpapagei [gesehen, check], sondern auch die weltberühmte „Coco de Mer“ bzw. „Koko dmer“ auf Kreolisch. Diese Pflanzen sind echte Giganten. Die einzelnen Palmblätter sind rautenförmig und ca. 4m² groß, würde ich sagen. Große Exemplare können 25 m hoch werden, dabei wächst jedes Jahr nur 1 Blatt. Es dauert 20 Jahre bis die Palme geschlechtsreif ist, und eine Nuss hängt 7 Jahre am Baum, bevor sie herabfällt. Die Kerne der Nüsse sind erotisch geformt und schauen aus wie ein weiblicher Unterleib. Die 2 Meter langen Blütenstände der männlichen Pflanzen sehen aus wie… hmm… Gurken oder Bananen oder sowas ähnliches… Die Pflanze ist ein lebendes Fossil aus der Zeit, als die Seychellen noch Bergspitzen auf dem Urkontinent Gondwana waren. Das heißt, dass einst Dinosaurier unter – oder über – den gleichen Pflanzen wanderten. Sehr beeindruckend.

Als nächstes stoppten wir an unserer Unterkunft: dem „Palm Beach Hotel“. Wir hatten hier das „Zimmer ohne Nummer“ – ein kleiner Raum, den das Hotel via AirBnB vermietet. Vom Haus waren wir sehr angetan. Einerseits wegen dem superfreundlichen jungen Rezeptionisten, aber vor allem weil es wirkte, wie aus einem Agatha Christie Roman. Weiße Wände mit mintgrünen Bordüren, schwarzweiße Fliesen, luftige Bauweise, Tropenholzmöbel, nur wenige Gäste… Ein Hotel zum Verlieben. Mord gab es keinen. Abends besuchten wir ein als „Agrarleistungsschau“ getarntes Dorffest am Fußballplatz 10 Gehminuten entfernt. Es gab köstliches Essen, nette Musik, eine Live Übertragung der Fußball-WM und ein bunter Haufen aus einheimischen und Touristen waren alle gut drauf. Wir setzten uns ins Gras und nebst Cocktails verdrückten wir eine lokale Köstlichkeit nach der anderen.

Dann folgte ein anstrengender Tag, mit einer Wanderung zur Anse Georgette: Ein wunderschöner weißer Palmenstrand, in einer kleinen Bucht, auf dem Granitblöcke verstreut sind. Das Wasser ist türkis, ein Schwarm Tropikvögel kreist über dem Meer und nicht weit sind kleinere Inseln sichtbar. Palmen und andere tropische Gewächse ragen hinter uns auf den steilen Granithängen empor. Es ist leicht bewölkt und eine sanfte Brise weht vom Meer her. Kurz: Der perfekte Strand – die Anse Georgette. Wir liegen einfach da und lassen die Umgebung auf uns wirken. Ich bekomme Gusto auf Raffaelo… Die Seychellen – Licht und Schatten. Der Strand war zwar wunderschön anzusehen, allerdings verhinderten die massiven Wellen entspanntes Plantschen. Die Leute wirken entspannt, fast schon über die Grenze zu träge und indifferent. Besonders enttäuscht bin ich von unserem heutigen Begleiter „Brian“. Er zeigte uns den Weg zum Strand und dann den Einstieg zum „besseren Weg retour“ zur Anse Lazio. Klar wollte er etwas dafür, aber als er 40€ verlangte fand ich das zu dreist und wandte einmal umgekehrt den „Ich hab nicht so viel Bargeld einstecken“-Trick an. Im Nachhinein waren die 15€ noch zu viel. Am Rückweg führte uns dieser „bessere“ Pfad eine überwucherte Steilwand hoch, an deren Ende zum Glück kein 20-Meter Granitabgrund stand, sondern der markierte, gut gepflegte Wanderweg, der schöne Ausblicke bot und sich von der steilen überwucherten Route Brians deutlich unterschied… Aufgeschürft, hungrig und durstig kamen wir rechtzeitig zum Sonnenuntergang am Anse Lazio retour. So abenteuerlich hatten wir die Seychellen gar nicht geplant.

Der nächste Tag war wiederum richtig herrlich: Ausschlafen, reichhaltiges Frühstück mit viel Obst (ua. Guanabana und Durian) und Abholung vom Hotel zur Tagestour mit dem Boot. Mit an Bord waren eilne sechsköpfige Familie aus Ungarn, von denen nur die jüngste Tochter Englisch konnte und die beiden süßen Flitterwochler „Irina und George“ aus Rumänien. Wir haben die beiden zuvor schon einige Male auf den Inseln gesehen – die Seychellen sind ein Dorf… Mit 10 Leuten war das Boot voll, und wir beide ergaben uns in den Strudel der folgenden Ereignisse. Erst eine kurze Umrundung der schmucken Ile St. Pierre, gefolgt von Schnorcheln vor der Anse Georgette. Dabei sahen wir viele Fische und wurden auch von welchen gezwickt – die sind nicht zimperlich. Dann gabs Gegrilltes auf der Insel Curieuse. Ebendort mein persönlicher Seychellen-Höhepunkt: Tuchfühlung mit den Riesenschildkröten. Diese friedlichen Reptilien streifen hier frei umher, lassen sich füttern und streicheln. Die Haut an der Halsunterseite fühlt sich an, wie jene von alten Menschen. Die an den Beinen wie Baumrinde. Eine Reise gespickt mit zahlreichen Tiersichtungen. Ich habe mich daher gefreut, dass die nächstfolgende Wanderung durch einen Mangrovenwald führte. Hier sahen wir Einsiedlerkrebse, eine tellergroße Riesenkrabbe und Schlammspringer. Eine kurze Entspannungsrunde am Strand neben der verfallenen Leprastation rundete den Ausflug schön ab.

Abends gab es Pizza, Bier und Fußball – sind wir hier doch im Paradies? Wie gesagt: Licht und Schatten. Am besten genießt man die Seychellen, wenn man möglichst wenig mit den Einheimischen zu tun haben will. Durch die Beliebtheit der Inseln ist man hier als einzelner Tourist nur ein unbedeutendes Partikelchen in einem ewigen unerschöpflichen Strom an Melkvieh. Ein Lächeln oder ein Dankeschön wären daher Energieverschwendung. Gut, jetzt sind wir darauf eingestellt, werden unsererseits auch keine Energie mehr verschwenden und genießen die letzten Tage der Menschheit, äh der Reise meine ich. So, jetzt gehts noch mal ins Wasser. Danach wird die Sonne im Meer versinken und meine Zähne in einem köstlichen aber überteuerten Stück Grillgut. Nix für ungut, Peace out!

Vallé de Mai/Coco de mer:

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Anse Lazio:

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Anse Georgette:

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Ile Curieuse:

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Palm Beach Hotel:

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In der Mitte versiegt ein Fluss – Das Okawango Delta

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Nach einer superkuscheligen Nacht folgte ein Fahrtag nach Maun, wo wir für 2 Nächte zum letzten Mal unser Dachzelt bewohnten, undzwar im sehr sympatischen Audi-Camp, das auch weit jenseits von ausgebucht war. Tags darauf Ganztagesausflug ins Okawangodelta, diesmal ganz human mit Startzeit 7:30. Eineinhalb Stunden Fahrt im Jeep brachten uns hinter den Zaun, der die Kühe, Ziegen und Esel der lokalen Bevölkerung von den wilden Tieren trennt. Dort trafen wir unse Polerguides „Dik-Dik“ und „Teach“. Wir bestiegen unser Glasfaser-Mokoro und ließen uns vom jungen Teach sanft durch die breiteren und schmäleren Wasserstraßen dieses einzigartigen Feuchtgebietes stoßen. Nirgendwo kann man einem Fluss schöner beim Sterben zusehen. Man gleitet über die spiegelglatte Wasseroberfläche, vorbei an Schilf und Seerosen. Wir sahen Kormorane, Schlangenhalsvögel, Hippos und Elefanten. Das Fahren ist so beruhigend, dass ich fast eingeschlafen wäre. Auf einer sich jedes Jahr verändernden Insel angelegt, gingen wir auf „Bush Walk“. Nur mit der Fähigkeit unserer Guides das Verhalten von Tieren voraus zu ahnen bewaffnet durchstreiften wir die mit Termitenhügeln und Erdferkellöchern übersäte Graslandschaft. Vögel, Zebras und ein plötzlich aus dem Busch springender Wasserbüffel waren die animalischen Höhepunkte – das Verhalten des letzteren wurde von den Guides allerdings nicht so gut vorausgesehen: „You were lucky this time“. Und so hakten wir das letzte große Highlight unserer Tour in Festland-Afrika ab.

Heute war wieder Fahrtag mit kurzem Stadtbummel im Kalaharikaff Ghanzi und einer Runde im Pool. Morgen dann die letzten 500 km in unserem Hilux, bevor wir ihn wieder in Windhoek zurück geben müssen (*schnief). Und dann beginnt der „Urlaub vom Urlaub“ auf den Seychellen. Cheerio!

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Nachtrag – Windhoek:

Wir haben die letzten 500 km nach Windhoek beinahe unfallfrei überstanden (ein Vogel klatschte gegen die Scheibe… Sorry nochmals…) und hatten – dank früher Abfahrt – noch Zeit für einen Stadtbummel. Hier ist mehr los, als in Ghanzi! Die paar Häuserblocks der Downtown wirken als hätte jemand der Steppe Afrikas eine beliebige Großstadt der anglophonen Welt eintransplantiert. Shopping Malls, Banken, Hochhäuser, Regierungsgebäude, chice Menschen in Kleidchen, Anzug oder trendy Streetwear, das Hilton mittendrinn. Über der Innenstadt thront in einem Kreisverkehr (ohne Zebrastreifen) die lutheranische Christuskirche. Diese sieht wirklich wie ein „Lebkuchenhaus“ (lt. Reiseführer) aus und ist anscheinend für die deutsche Community reserviert, wie die Taufbilder uns zeigten. Daneben steht das namibische Unabhängigkeitsmuseum, welches wahrscheinlich ausführlich über die erst 1990 von Südafrika abgerungene Unabhängigkeit informiert. Das wissen wir aber nicht, weil wir einfach nur von der Dachterrasse aus den Blick auf die Stadt um uns herum genossen. Unser Faible für Cappucini in luftigen Höhen scheint sich zu festigen. Danach brachten wir das Mietauto zurück und schliefen noch eine kurze Nacht in der Airport Lodge.

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Chobe NP – Spaß im Feuchtgebiet. Und Hippos!!!

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In der Mitte versiegt ein Fluss. Ein gutes Motto für unsere Afrikareise, die ihren Anfang in Namibia nimmt und dort auch wieder endet. Von staubtrockener von Vleis durchzogener Wüste, durch verkrustete Salzpfannen mit wenigen für die Wildtiere lebensnotwendigen Wasserlöchern, den Relikten der vorangegangenen Regenzeit, weiter zu den alles mit ihren gewaltigen Wassermassen in weißer Gischt verhüllenden Victoriafällen in Sambia und Simbabwe bis zum ausladenden Okawangodelta, wo das kostbare Nass die Landschaft gänzlich vereinnahmt, um sich dann langsam wieder dort zu verlieren und schließlich in der Kalahari erneut zu einem kostbaren, raren Gut für Flora und Fauna zu werden.

Botswana. Ein eigenartiges Land. Wir waren gerade beim Spar Einkaufen, und es gibt hier alles was das Herz begehrt, zB. 4 verschiedene Sorten Cocktailkirschen. Am Eingang stehen ein paar verwahrloste San-Kinder die betteln, und mit Süßigkeiten zufrieden sind. Die Straßen hier können endlos lang werden; Allgemein gut in Schuss, nur stellenweise aufgepeppt durch tiefe Schlaggruben (das sind keine „Löcher“ mehr). Die Menschen wirken freundlich und friedliebend (angeblich ist Waffenbesitz hier nur für das Militär erlaubt. Außerdem hat das Land als eines der wenigen Afrikas noch nie einen Krieg erlebt), aber auch verschlossen. Ich habe mir das Land wüstenartiger vorgestellt, aber selbst hier inmitten der Kalahari zur Trockenzeit tragen Bäume noch Blätter, und tausende von Elefanten (die gerne mal am Wegesrand auftauchen) schauen gut genährt aus, ebenso wie die vielen freilaufenden Rinder hier. „African Trafic lights – they make you stop“.

Unser Besuch in diesem Land begann in der „Chobe Safari Lodge“ gleich nebst dem gleichnamigen Nationalpark. Das waren die luxuriösesten 2 Nächte und 1 Tag unserer ganzen Reise. Schönes, riesiges Zimmer, sauberer Pool, das Frühstücksbuffet spielte alle Stücke vom Omelette- bis zum Waffelmann, hochkompetentes Personal, und am besten von allem waren die beiden Touren. Ja, wir machen an unserem „Entspannungstag“ 2 Touren, ich weiß was ihr euch denkt… Am Morgen um 6:00 gings mit dem Jeep die Waterfront des Chobe Rivers entlang – es war nicht ganz so kalt wie in Etosha und früher hell. Erfolgreich konnten wir ein paar Tiere sichten und somit von unserer imaginären Liste streichen: Nilpferd, Marabu und Fischadler, außerdem zum zweiten Mal Löwen und unzählige Paviane. Danach fielen wir über das Frühstücksbuffet her und sonnten uns einen halben Tag am Pool. Wir entspannten, spielten „Smash Up!“ und ich war sogar zu faul zum Reisejournal schreiben. Um 15:00 stiegen wir tiefenentspannt auf die Sunset River Cruise. Gemächlich schipperten wir an Hippos, Krokodilen und Elefanten vorbei. Letztere sogar mitten im Fluss auf Grasinseln, wo sie den Bewuchs abreißen und waschen, bevor sie ihn verspeisen. Die grauen Riesen sind nämlich heikel auf ihre Zähne, die nur 6 mal im Leben nachwachsen! Pünktlich nach Sonnenuntergang setzte uns das Boot zum Abendessen in der benachbarten „Chobe Bush Lodge“ ab. Hier waren wir fast die einzigen im riesigen Speisesaal (überdimensioniert oder Vorsaison?). Wir ließen es uns trotzdem schmecken und genossen eine angenehm flauschige Nacht.

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